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Bitte keine Tiere verschenken!

Echter Haustierwunsch oder nur leere Floskel?
Erst denken - dann schenken!

Das Geschäftboomt an Feiertagen
Es gibt Alternativen!
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Echter Haustierwunsch oder nur leere Floskel?

Wie oft hörte man schon Leute sagen:

„Wow, Pinguine sind sooo cool, die hätte ich so gerne!“
„Hühner sind einfach riesig! Ich hätte so gerne einen Hühnerstall im Garten!“
„Strauße sind total genial! Ich habe neulich welche auf der Straußenfarm gesehen. Ich bin total hingerissen von diesen schönen Vögeln! Ach Mann! Ich will auch welche!“
"Wenn ich mal im Lotto gewinne, dann habe ich einen riesigen Hof und dann lege ich mir meine Lieblingstiere, indische Laufenten, zu, die fressen dann alle Schnecken in meinem Garten! Das wäre mein Traum! Indische Laufenten! Die sind so putzig!"


Wie oft machen tierliebe Menschen solche Aussagen und meinen es eigentlich gar nicht so ernst? Aber in diesen Fällen würde niemand auf die Idee kommen, diese Tiere irgendwo zu besorgen und jemandem quasi als Überraschungsgeschenk zu überreichen. Das ist auch gut so! Warum ist das eigentlich so? Ganz einfach, weil man diese Tiere nicht einfach im Zoofachhandel kaufen kann.
Wie oft hörte man schon Leute sagen:

Fall 1) Bernd: „Wow, Ratten sind cool, ich hätte auch sooo gerne welche, aber meine Eltern würden mich umbringen, wenn ich welche mit nach Hause bringen würde.“

Fall 2) Sabrina: „Meerschweinchen sind süß, ich hatte selber mal drei, musste sie aber einschläfern lassen. Ach, ich wünschte, ich hätte wieder drei.“

Fall 3) Sina: „Ich hätte so gerne ein Kaninchen! Und zwar genau das gleiche wie in der Fernsehwerbung zu den Milka Ostereiern!“

Auch in diesen Fällen sind die Wünsche nach einem Haustier nicht ernst gemeint! Es sind nur Floskeln, genauso wie die oben angeführten Beispiele mit den Pinguinen, Hühnern, Straußen und indischen Laufenten sind! Aber trotzdem fordert es immer wieder Leute auf, Tiere im Zooladen zu kaufen und diese zu verschenken! Der Schenker geht dann immer von der Annahme aus, dass der Beschenkte es sich ja gewünscht hat!

Erst denken, dann schenken!
Im Fall 1) darf man keine Tiere verschenken, wohl wissend, dass es in der Familie zu Unmut führen würde! Es würde damit enden, dass das Tier ausgesetzt oder abgeschoben wird. Bernd hat deutlich gesagt, dass seine Eltern etwas dagegen hätten. Und Bernd will sich eigentlich auch nicht über den Wunsch seiner Eltern hinwegsetzen und respektiert den Wunsch der Eltern in einem haustierfreiem Haushalt leben zu wollen.

Im Fall 2) äußerst sich Sabrina darüber, dass sie gerne wieder Meerschweinchen hätte. Tatsächlich hat sie aber irgendwann beschlossen, die Meerschweinchenhaltung aus wichtigen Gründen (z.B. Zeitmangel, Allergie usw.) aufzugeben, sonst hätte sie ja sicherlich neue Meerschweinchen dazugeholt. Natürlich WILL sie gerne wieder Meerschweinchen haben, KANN aber vielleicht nicht mehr! Wollen und Können sind zwei Paar Stiefel! Sie trauert ihren alten Meerschweinchen nach, was nicht heißt, dass sie jetzt wieder mit Meerschweinchen beschenkt werden will!

Im Fall 3) hat Sina kein wirkliches Interesse am Tier. Sie sieht das niedliche Häschen in der Werbung für Ostereier und will nun auch eins. Über ein Häschen als Stofftier würde sich Sina sicherlich genauso freuen! Stattdessen schenkt ihr die Oma völlig unüberlegt ein Zwergkaninchen, das natürlich ein Rudeltier ist und nun alleine und vernachlässigt in einem Mini-Käfig im Kinderzimmer sein Leben vor sich her fristet.

Sicherlich gibt es Fälle, bei denen Tiere gut aufgehoben sind, auch wenn sie verschenkt wurden. Aber das geht nur gut, der der Beschenkte vorher darüber weiß und auch einverstanden damit ist und sich auf seine zukünftigen Tiere freuen und einstellen kann! Ein echter Hundenarr freut sich aber auch über Hundespielzeug oder Stofftiere, ein Rattenhalter über Maus- und Rattenfiguren. Es gibt immer Alternativen!


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Das Geschäft boomt nach wie vor an Feiertagen!
Das Geschäft boomt vor allem zu Ostern und Weihnachten. Und die Käufer sind kein bischen weiser geworden. Jedes Jahr gibt es im TV, Radio und Zeitungen Berichterstattungen über unlieb gewordene Haustiere, überlaufende Tierheime und ausgesetzte Tiere! Wann lernt der Mensch endlich mal etwas dazu? Tiere sind keine Geschenke!

Insbesondere zu den Feiertagen (Ostern, Weihnachten) werden viele Tiere gekauft und meist sogar an Kinder verschenkt, sozusagen als niedliches Spielzeug für den Kleinen. Wer zu Weihnachten ein Tier verschenken will, handelt zwar wahrscheinlich in guter Absicht (für den Beschenkten), kann aber meist nicht ermessen, welche Folgeprobleme dadurch entstehen, sowohl für das Tier als auch für die Menschen (was ist, wenn der Beschenkte gar keine Tiere will?).
Tiere sind generell vom Umtausch ausgeschlossen. Und was passiert? Eine Kaffemaschine kann man umtauschen, ein Tier nicht, dh. man muss das "Viech" irgendwie anders loswerden.

Das geschieht oft durch:

  • Aussetzen (damit macht man sich strafbar! Es liegt ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vor )
  • Vernachlässigung des Tieres (wer das beobachtet, sollte dringend das Veterinäramt einschalten)
  • Abgabe im Tierheim (das besonders an den Feiertagen und in den Ferien überlastet ist)
  • Tötung (Verstoß gegen das Tierschutzgesetz!)



Besonders Kinder können Eltern ganz schön in den Wahnsinn treiben, da geben verzweifelte Eltern gerne nach. Kindern kann man da nicht wirklich einen Vorwurf machen, aber sie wählen "ihre Tiere" natürlich nach sehr oberflächlichen Kriterien aus: nach Farbe und Aussehen (nebenbei bemerkt tun dies viele oberflächliche Erwachsene auch). Bringt man dem Kind ein Tier nach Hause, hat es oft nicht die "richtige" Farbe und ein Umtausch ist wie gesagt nicht möglich. Da gilt es dem Gequängel nicht nachzugeben, denn es gibt Alternativen. Ich bin nicht generell dagegen, dass Kinder keine Haustiere haben sollten, aber den Eltern muss bewusst sein, dass die Hauptlast von den Eltern selbst zu tragen ist. Dem Kind können kleinere Arbeiten überlassen werden, die Hauptarbeit tragen die Eltern.


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Es gibt Alternativen!
Bevor man überhaupt in Erwägung zieht, jemanden ein Tier zu schenken, sollte man auf ALTERNATIVEN zurückgreifen.

  • Statt einem "echten Remy oder Emile" oder "Nemo" kann man Stofftiere, Mousepads, Fotoalbensticker, Uhren, T-shirts oder sonstige Fanartikel kaufen
  • Gassi gehen mit Hunden im Tierheim, damit man zeigen kann, welche Anstrengung das bedeuten kann.
  • Kauft Tierhalterbücher / Ratgeber
  • Verschenkt ein Abonnement eines Tiermagazins
  • Verschenkt Käfigeinrichtung, Futter oder sonstige Tierhalterutensilien
  • Verschenkt Tier-Dokus auf DVD
  • Verschenkt einen Gutschein für den am nächsten gelegenen Zoo

Und wenn es dann DOCH ein Tier sein muss, dann sollte man niemals in Zooläden oder bei Züchtern (98% Rattenzüchter sind unseriös) sondern das neue Familienmitglied höchstens von einem Tierheim oder der Notfallvermittlung erstehen. Im Tierheim oder bei der Notfallvermittlung erhält man fachkundige Beratung ohne Zeitdruck, die im profitorientierten Tierhandel in dieser Form kaum möglich sind. Und in den hektischen Vorweihnachtstagen schon gar nicht! Viele Tiere erwartet ein ungewisses Schicksal, weil sie gedankenlos, sprunghaft, unüberlegt und ohne Absprache mit den übrigen Familienmitgliedern geschenkt werden. Meistens führt dies zu Problemen - sowohl für die Familie als auch für das Tier bzw. die Tiere.

Grundregeln für die Haustieranschaffung findet ihr auf dieser Seite: KLICK Tiere sind keine Gegenstände, die man in eine Ecke stellen kann, wenn man sie nicht braucht oder keine Zeit mehr für sie hat. Nur sollte so ein Kauf nicht auf einem kurzfristigen, spontanen Entschluss basieren und allen Beteiligten sollte klar sein, dass sie für ein Leben verantwortlich sind!

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Links zum Thema:
keinetierezuweihnachten
tierschutzverein-reutlingen
zzf
samenkiste
marktcheck.greenpeace
neufi-ela.de
menschenmatmuppen